Sichtbarkeit

Früher konnte ich mit dem Begriff Sichtbarkeit nicht viel anfangen. Seitdem ich mich mit meinen Beiträgen im Social Media und meinen Perspektiven im Unternehmensumfeld beschäftige, habe ich jedoch verstanden, welchen Effekt diese Sache mit der Sichtbarkeit auf die Entwicklungsmöglichkeiten – vor allem von Frauen – hat.

Sichtbarkeit bedeutet z.B. sich bei Netzwerkveranstaltungen zu zeigen, in Besprechungen etwas zu sagen und dabei wichtige Wörter zu verwenden. Mit ausgewählten Kollegen gemeinsam Mittagspause machen gehört auch dazu.

Es ist am Ende eine Wirkung von Selbstbewusstsein, weil eine Person immer und immer wieder irgendwo im Sichtfeld der Führungskräfte und Kollegen auftaucht und somit bekannt ist. Vielleicht sogar bekannt für ein bestimmtes Thema. 

Es ist eher wahrscheinlich, dass man bei einem Problem angesprochen wird, wenn man einen kennt und vertraut.

Sichtbarkeit ist entscheidend für Entwicklungsmöglichkeiten 

Mel Robbins, die ich in meinen Beiträgen oft zitiere, und die in ihren Vorträgen oft das Thema Karrieremöglichkeiten von Frauen behandelt, macht auf einen interessanten Effekt aufmerksam:  Nur sichtbare Arbeit wird belohnt. Mit Beförderungen! In dem verlinkten Video sind sehr viele Tipps enthalten. Schaut es Euch mal an. Ist unter 5 Minuten.

Es gibt eine Studie der Harvard Universität, die festgestellt hat, dass Frauen bei gleichen Noten, gleicher Qualifikation, gleiche Weiterbildung etc. im Job weniger befördert wurden als die männlichen Vergleichspersonen. Und man hatte festgestellt, es liegt an ihrer fehlenden Sichtbarkeit.

Meine persönliche Erfahrung

Ich habe jahrelang gedacht, meine Leistung würde für sich sprechen und meine Vorgesetzten müssten mich von sich aus wählen und mich befördern. Leider läuft es nicht so. 

Nochmal: Befördert werden eher Personen, die Sichtbarkeit haben, weil sie selbstbewusst wirken, ihre Arbeit zeigen und darüber sprechen. Sicher es gibt auch andere Faktoren, die eine Rolle spielen, aber das geschickte Eigenmarketing gehört dazu.

Tijen Onaran schreibt in ihrem Buch „Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“:

„Auch wenn die Vorstellung sehr schön ist, so müssen gerade Frauen im Berufsleben immer wieder feststellen, dass niemand auf sie zukommt und sie anspricht, ob sie nicht bei diesem oder jenem Projekt mitmachen wollen, weil sie sich fachlich dafür eignen. Gerade auch innerhalb von Unternehmen gilt: Wenn du aufsteigen willst, musst du dich selbst für bestimmte Projekte oder Positionen vorschlagen und dich immer wieder ins Spiel bringen.“

Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Mein Chef kennt mich seit 17 Jahren, aber er weiß nicht wirklich viel über meine Arbeit, weil ich nicht immer wieder darüber gesprochen habe. In der Vergangenheit ist es vorgekommen, dass Projekte, die zu mir gepasst hätten, abgelehnt wurden, weil niemand an mich gedacht hatte. Wie auch? Ich war damals nicht sichtbar und habe eher im Hintergrund gearbeitet. Fleißig aber ohne Sichtbarkeit für die anderen. 

Sichtbarkeit für das Management

Tatsächlich hat mir eine frühere Führungskraft mal erzählt, dass wenn es um die Besetzung einer Stelle ging und es im Managementkreis besprochen wurde bei der Nennung einer Person, gefragt wurde „Habe ich schon mal von dem gehört?“ oder „Kenne ich sie?“.

Am Ende wird dort über die Besetzung einer Position entschieden. Und selbst wenn du besser qualifiziert bist, als dein Mitbewerber, wenn dich keiner kennt, wenn niemand weiß wofür du stehst, wie du auf dem Parkett des Unternehmens agierst, dann wird man dich leider nicht bevorzugen. 

Sichtbarkeit für working moms

Wie verhält es sich nun für berufstätige Mütter mit dieser Sichtbarkeit? Vor allem für die, die den Hauptanteil der Care-Arbeit übernehmen.

  • Mütter gehen früher nach Hause, vor allem immer pünktlich zur selben Zeit, wegen der Kita Schließzeiten. 
  • Sie sind bei den wichtigen Besprechungen oft nicht dabei, weil die spät sind und lange dauern.
  • Sie gehen nicht mit zum Essen, weil sie keine Pause machen oder nur in Teilzeit da sind.
  • Netzwerkveranstaltungen sind oft abends, was eine Teilnahme erschwert.

Also insgesamt weniger Zeit und Gelegenheit über sich und seine Arbeit zu sprechen und sich in Blickfeld der entscheidenden Personen zu bringen. 

Kommt dir etwas davon bekannt vor?

Sichtbarkeit Komfortzone

Was kannst du anders machen?

Es ist wie immer ein Prozess und kleine Schritte führen zum Ziel. Vielleicht gehst du mal wieder mit jemandem zum Mittagessen? Oder du trägst etwas zum nächsten Team Meeting bei? Oder du bewirbst dich auf eine Stelle weiter oben in der Hierarchie?

Auf jeden Fall wirst du aus deiner Komfortzone herauskommen. Frag dich, wofür willst du stehen – außer dafür, dass du eine working mom bist. 

Ich helfe dir dabei, aus deiner Komfortzone zu kommen und in die Sichtbarkeit zu gehen. Melde dich gerne zu einem Kennenlerngespräch mit mir an. Es ist unverbindlich und wir können herausfinden, wie ich dich auf deinem Weg unterstützen kann.

Du kannst auch meine Beiträge als E-Mail abonnieren. In meinen E-Mails teile ich auch Tipps, die ich auf anderen Plattformen nicht teile. 

Ich freue mich dass du da bist.

Mir geht’s wie dir!
Liebe Grüße 
Anna

 

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