mental Load

Hilfe bei Mental Load

Wenn das Gefühl überwältigend wird und der Kopf schwirrt wegen des To-Do-Schwarms, heutzutage Mental Load genannt, dann ist es Zeit für ein paar Tools.

Mental Load oder zu viel los in Deinem Kopf?

Klicke Dich durch die Bilder um ein paar Maßnahmen anzuschauen, die gegen das Chaos im Kopf helfen.

  • mental Load

Alles abladen: Der Braindump

Braindump bedeutet, alles aufzuschreiben, was Dich belastet, egal in welcher Reihenfolge und in welchem Lebensberich oder Kategorie.

Das könnte so aussehen:

Essensplan machen, Sohn zum Fußball bringen, vorher Fußballsachen waschen, mit anderer Mutter abstimmen wegen Trainergeschenk, neue Schuhe für Tochter, Milch und Brot auf dem Heimweg besorgen, Blogartikel schreiben, Waschmaschine am Morgen beladen – abends ausladen, Wäsche aufhängen, Text lesen für Bewerbung beste Freundin, Verabredung mit beste Freundin, Loch in Hose stopfen, Rechnung XY überweisen, Wichtiger Termin Job vorbereiten, Oma anrufen, Smoothie Rezept ausprobieren, Plätzchenbackheft suchen, Artikel wegen Weiterbildung lesen, Kinderklamotten aussortieren, u.s.w..

Das sind nur Beispiele, aber ich glaube, dass es bei vielen working moms ähnlich aussieht. Die Aufgabe ist klar, oder? Einfach mal alles auflisten.

Das Abladen verschafft erst mal eine erste Erleichterung.

Der Überblick und Dein Kalender

Als nächstes bringst Du etwas Licht in das Chaos, indem Du mal schaust, ob wirklich alles jetzt erledigt werden muss oder ob es vielleicht auch OK ist, bestimmte Dinge nächste oder übernächste Woche zu machen. Was sind Aufgaben in einem bestimmten Bereich? Was kann zusammengefügt werden? Was kann jemand anderes übernehmen. Wo gibt’s Puffer und wann kann etwas aufgeteilt werden? Auch möglich: was kann entfallen? Das kannst Du mit dem nächsten Tool ermitteln.

Mehr Kotrolle durch Priorisieren

Es gibt keine ultimative Methode zu Priorisieren, aber grundsätzlich bedeutet es zu unterscheiden, was (Dir) wichtig ist und was dringend ist und somit was, wann, in welchem Moment erledigt wird.

Wenn du immer am Feuerlöschen bist oder wie Charlie Chaplin durch die Welt wirbelst, hast Du keine Energie oder Freiraum für Dich und Deine Ideen oder Träume.

Mit Tools wie z.B. der Eisenhower Matrix kannst Du versuchen Deine Träume, Ziele, Pläne auch unterzubringen. Das steigert die Zufriedenheit und gibt Dir Energie die täglichen kleinen Aufgaben zu bewältigen – ohne den Mental Load, wo Du die ganze Zeit darüber nachdenkst, was Du alles in Deinem Leben nicht schaffst. (Im Downloadbereich gibt es eine Anleitung dafür. Das Passwort erhalten alle Abonnentinnen des Newsletters.)

Bitte um Hilfe bzw. fordere sie ein

Es ist wohl in den meisten Fällen so, dass Du Deine Kinder nicht von irgendwo her mitgebracht hast, sondern, dass es einen Vater dazu gibt und ggfs. Großeltern und/oder ein anderes (familiäres) Supportsystem. Nachbarinnen, Freundinnen, Paten, andere Mütter aus Kita/Schule. (Ich weiß, dass viele Alleinerziehende wirklich alleine sind. Gerade sie brauchen ein externes Supportsystem.)

Lerne zu Netzwerken und schaffe Dir das Dorf, das es braucht, um ein Kind großzuziehen. Und frage, bitte um Hilfe, delegiere, lasse Verantwortung übernehmen. Teile die Aufgaben mit Deinem Partner. Ich weiß aus Erfahrung: Es ist mühsam und braucht viel Diskussion.

Buchtipps zu Mental Load

Viele Hilfreiche Tipps gibt es auch in Büchern zum Thema Mental Load. Da gibt es auf dem Markt einiges dazu. Zwei davon habe ich auch gekauft und gelesen und empfehle sie gerne weiter. (Werbung)

„Raus aus der Mental Load-Falle: Wie gerechte Arbeitsteilung in der Familie gelingt„ ist kurzweilig, persönlich geschrieben und schnell zu lesen. Mit praktischen Tipps.

 

„Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles!: Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen“ beinhaltet viele Hintergrundinformationen, Statistiken und Tipps von einer Psychologin.

 

Ziele erreichen durch Planen

Jetzt hast Du Dir Zeit freigeschaufelt und kannst Dich an die Umsetzung Deiner eigenen Themen machen. Die Dinge, die Dir wirklich wichtig sind und die in der Umsetzung aber immer hinten runter gefallen sind.

Was auch immer es ist. Ein privates Projekt, ein DIY Projekt, ein Ehrenamt, Abnehmen, Veganerin werden, dich um Deine Finanzen kümmern, Dein eigenes Café eröffnen, Deine Bewerbungsunterlagen auf Stand bringen, ein Buch schreiben, den Keller ausräumen, ein Haus suchen, u.s.w.

mental Load

All das sind mögliche Tools gegen Dein Chaos im Kopf

Das gibt Dir die Kontrolle zurück und bringt etwas Erleichterung. Damit bist Du zwar Deine Probleme nicht von heute auf morgen losgeworden, aber es reduziert den Stress, du fühlst dich beruhigt und Du bist der Lösung einen großen Schritt näher, denn Du hast es in Deiner Hand.

Workshop und Coachings


Ich biete nicht nur Tools an, sondern weiterhin maßgeschneidertes 1:1 Coaching und Beratung. Die Anmeldung zum Kennenlerngespräch findest Du hier → klick Erstgespräch.

Ein Workshop zum Thema Stressbewältigung findet auch bald statt. Hier kannst Du Dich in die Warteliste eintragen und Du erhältst eine E-Mail mit Informationen dazu, wenn es soweit ist. → klick Warteliste Workshop

Hast Du noch Fragen? Du kannst mir auch eine E-Mail schreiben an coaching@antoniadou.de

Ich freue mich und vielleicht bis bald.

Deine Anna.

Burnout

Burnout bei Müttern

Zusammenhang von Stress und Burnout

Burnout kommt am Ende eines langen Prozesses: Arbeitsbelastung, chronischer Stress sowie Reaktionen auf belastende Lebensereignisse.

Eine frühere Kollegin erzählte mir, wie sie die völlige Erschöpfung erlebt hatte. Es zeigte sich einmal nach dem Einkauf, als sie die Taschen in der Küche abstellte und wie ferngesteuert in eine Tasche griff, um mit dem Einräumen der Sachen zu beginnen. Mit einer Milchpackung in der Hand blieb sie wie festgefroren mitten in der Bewegung in der Küche vor dem Kühlschrank stehen. Nichts ging mehr. Sie stand da und wusste plötzlich nicht mehr, was sie mit der Milchtüte machen sollte. Ihr Körper und ihr Gehirn konnten diesen Prozess nicht mehr zu Ende führen. Game over. Keine Energie mehr, kein Arbeitsspeicher mehr. Der Zustand am Ende einer Spirale von Stresserlebnissen.

Stressreaktion

Stress ist ursprünglich ein Begriff aus der Physik und beschreibt den Zustand eines Werkstoffs unter Krafteinwirkung. Später wurde der Begriff für Menschen verwendet als Beschreibung der psychischen und körperlichen Reaktion durch spezifische äußere Reize.

Um zu verstehen, was da eigentlich mit uns passiert hilft es die biochemischen Prozesse in unserem Körper zu verstehen und was da eigentlich mit uns los ist, wenn wir „gestresst“ werden.

Ein Stressreiz führt zu einer Reaktion: Adrenalin, Noradrenalin werden im Gehirn freigesetzt und als Folge

  • höherer Blutdruck, 
  • beschleunigte Atmung, 
  • mehr Sauerstoff gelangt in die Muskeln,
  • Körper ist bereit zum Angriff oder Flucht.

Durch körperliche Aktivität (Angriff, Kampf, Flucht) schließt sich der Stressreaktionszyklus und das innere Gleichgewicht wird wieder hergestellt.

Ursprünglich – als die Menschen noch draußen in der Natur gelebt haben – war diese Reaktion ein Überlebensvorteil. Die Flucht vor Fressfeinden (Säbelzahntiger) und die Jagd nach Nahrung haben diese biochemischen Prozesse unserer Körper im Gleichgewicht gehalten. 

Heutzutage, durch die Arbeitsbedingungen in Büros und den modernen Lifestyle schaffen wir es nicht, den Stressreaktionszyklus zu schließen. Immer und immer wieder erleben wir Situationen, die uns stressen, aber wir können keine körperliche Aktivität direkt im Anschluss daran durchführen.

Nach jedem nervigen Kommentar im Büro 20 Mal im Bürogang rauf und runter rennen, lässt sich irgendwie nicht realisieren. Und dass Du als Working Mom direkt im Anschluss an Deine Arbeit zur Kita oder Schule rennst und danach die zweite Schicht beginnt mit Sorgenarbeit für Kinder und Haus öffnet neue Stresszyklen, die Du wieder nicht schließen kannst. Oder schaffst Du es etwa jeden Abend noch 20-60 Minuten Sport zu machen? (Über das Thema Mental Load, habe ich hier auch schon geschrieben. Das kommt oben drauf!)

Wenn es Dir wie mir geht, dann hast Du um 21:30 Uhr die Spülmaschine eingeräumt und die letzten Spielsachen vom Wohnzimmerboden gefischt und bist froh, dass Du vielleicht 15 Minuten alleine im Bad bist zum Zähneputzen bevor Du  Dich zum Schlafen hinlegst. 

Wir schieben nicht geschlossene Spiralen von Stress vor uns her.

Andauernder, wiederholender, chronischer Stress führt zu unterschiedlichen Symptomen wie z.B. Erschöpfung und Schläfrigkeit, Appetit- und Lustlosigkeit, erhöhtes Schmerzempfinden sowie Aufmerksamkeits- und Gedächtniseinbußen. 

Und wenn es so weitergeht folgen noch Depression, Gewichtszunahme, Burnout.

Wir waren zu dritt in einem Restaurant essen. 3 Mütter, die einen freien Vormittag in der Woche nutzten, um mal gemeinsam Mittag zu essen und sich auszutauschen, anstatt – wie sonst immer – die Wohnung aufzuräumen, Wäsche zu waschen u.s.w.. Eine von uns ging auf die Toilette. Als sie zurückkam erzählte sie, dass sie beim Händewaschen für einen kurzen Moment nicht wusste, wo sie ist. 

Woran erkennt man Burnout?

Von den ersten Warnzeichen bis zum Zusammenbruch

  • Energieverlust
  • reduzierte Leistungsfähigkeit
  • Gleichgültigkeit und Zynismus
  • Unlust
  • Unklare körperliche Symptome, wie Schwitzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Muskelschmerzen, Schlafprobleme und Konzentrationsmängel.

Burnout entwickelt sich über 12 Phasen

  • der Zwang, sich zu beweisen, 
  • verstärkter Einsatz, 
  • Vernachlässigung eigener Bedürfnisse, 
  • Verdrängung von Konflikten,  
  • Umdeutung von Werten,  
  • Leugnung der Probleme,  
  • Rückzug,  
  • beobachtbare Verhaltensänderung, 
  • Depersonalisierung,  
  • innere Leere,  
  • Depression,  
  • völlige Erschöpfung.

Merkmale

Emotionale Erschöpfung – Müdigkeit, die davon kommt, dass man sich zu lange zu viel gesorgt hat.

Depersonalisation – Verlust von Empathie, Anteilnahme und Mitgefühl.

Vermindertes Selbstwertgefühl in Bezug auf die eigene Leistungsfähigkeit – unbezwingbares Gefühl der Sinnlosigkeit. Fehlende Selbstwirksamkeit. 

Was tun, gegen Burnout?

Erst mal so viel wie möglich für das eigene Wohlbefinden tun und Strategien für das „Schließen der Stressreaktionszyklen“ umsetzen. 

Im Workshop Stressbewältigung gebe ich einige Beispiele und Vorschlägen für solche Strategien. (Termine für diesen Workshop findest Du auf der Seite Workshop)

Was noch? Lernen Nein zu sagen, Grenzen setzen. Wertschätzen, was Du alles schaffst, Druck vermindern und Aufgaben abgeben. Lernen, dass Erholung Dich voranbringt und nicht zurückwirft.

Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen.

Weltgesundheitsorganisation, 1946

Workshop Stressbewältigung

Du kannst auch einen Workshop mit mir besuchen – offline oder online. Trag dich in die Warteliste ein, dann wirst du über Termine informiert, sobald wieder mal einer Stattfindet.

Und wenn Du nicht warten willst sondern eine konkrete Fragestellung hast, dann lass uns darüber reden. Schreibe mir eine E-Mail für ein Erstgespräch.

Ich freue mich auf Dich!

Bis bald
Deine Anna.

Deckblatt Stress & Resilienz Workshop

Workshop Stress & Resilienz

Deckblatt Stress & Resilienz Workshop

Mein erster Workshop

In dieser Woche habe ich zum ersten Mal mit dem Frauennetzwerk Frauen bei DB, ehrenamtlich einen 2-stündigen Workshop durchgeführt. Das Thema war Stress und Resilienz. Wobei der Schwerpunkt auf Tipps und Tools zur Bewältigung von Stress lag.

Ich habe eine Mischung aus Übungen zur Selbstreflexion angeboten und Theorie zum Verständnis:

  • Was passiert in unserem Körper und Gehirn, wenn wir Stress haben,
  • was bedeutet Stress überhaupt und
  • wie kann der Prozess der Stressbewältigung aussehen?

Meine Basis für den Workshop

Seit 4 Jahren habe ich, im Rahmen meiner Rolle als interne Prozessbegleiterin, schon ein paar Workshops konzipiert, geplant und durchgeführt. Meistens handelt es sich um Schnittstellen Workshops oder es besteht der Wunsch nach Teambuilding, wo ich mal mehr oder weniger interveniere oder „nur“ moderiere, je nach Bedarf.

In meiner Ausbildung zum Systemischen Business Coach habe ich sehr viele Tools gelernt, mit deren Hilfe ich Coachees unterstützen kann, sich selbst zu helfen. Coaching ermöglich es, sich an seine eigenen Ressourcen zu erinnern. Ein Teil der Ausbildung beschäftigte sich mit dem Thema Gesundheit, wozu auch die Bewältigung von Stress und die Verbesserung von Resilienz gehören.

Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht bloß das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

(Verfassung der Weltgesundheitsorganisation, 1946)

Bei den Übungen, die ich in Zusammenhang mit Stress und Resilienz gelernt habe, habe ich sofort den Impuls verspürt, es in meinem Umfeld weiter zu geben. Insbesondere für Frauen und natürlich für Mütter sind solche Übungen interessant, weil Frauen eher gefährdet sind durch chronischem Stress und Burn-Out. 

Natürlich sind auch die Gesellschaftlichen Rahmenbedingungen oder die Aufteilung der Carearbeit nicht optimal für uns Frauen. Stichwort Mental Load!

Solange sich daran nichts bzw. nur sehr langsam etwas ändert, werden wir auf uns selbst sehr gut aufpassen müssen. 

Ein wertvoller Nachmittag für alle

Auch wenn die Teilnehmerinnen ohne große Erwartungen der Einladung zum Workshop gefolgt waren, nahmen sie am Ende viele Impulse, zum künftig besseren Umgang mit Stress mit.

Für mich war es eine gute Erfahrung. Sowohl im Vorfeld, als auch bei der Durchführung. Ich habe viel Arbeit in die Erstellung des Workbooks gesteckt, was sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt hat. Alle haben damit gearbeitet und werden auch weiterhin zuhause damit arbeiten können.

Nachdem der Schwerpunkt mehr auf dem Thema Stress lag und das Thema Resilienz aus Zeitgründen etwas zu kurz kam, gab es schon den Hinweis, dass ein weiterer Termin gewünscht ist, um das zu vertiefen. In Zukunft werde ich die Themen jedoch entweder von vorne herein trennen, oder eine längere Dauer für den Workshop ansetzen.

Um beide Themen abzudecken würde ich so einen Workshop künftig auf 4 Stunden ansetzen. Mit Pause versteht sich. Wir wollen ja nicht bei einem Workshop zur Stressbewältigung in Stress geraten!

Willst Du auch besser mit Stress umgehen lernen?

Wenn Du auch gerne lernen möchtest, besser mit Stress umzugehen oder Du hast ein Thema, das Dich zurzeit beschäftigt, dann schreib mir und wir vereinbaren ein unverbindliches Vorgespräch.

Ich kann Dich mit Coaching Tools auf Deinem Weg der Entwicklung und Veränderung unterstützen. Wenn Du Teil einer (Mama)-Gruppe bist, ist evtl. auch ein Workshop, wie oben beschrieben, für Euch interessant.

Kontakt: Coaching@antoniadou.de

Anerkennung

Anerkennung bitte, aber warum so bescheiden?

Anerkennung
Ich sah eine erschöpfte Mutter, die nie Annerkennung bekommt, jeden Tag alles macht, abends halb tot ins Bett fällt und endlich mal gesehen werden will.

Liebe good working mom, warum so bescheiden? Es geht um das Thema Anerkennung. Arbeit als Mutter steht in Gänsefüßchen und ein Strauß Blumen hin und wieder oder ein einfaches Danke würden schon reichen… Dieser Kommentar hinterließ bei mir ein seltsames Gefühl. Ich war betroffen. Ich sah vor meinem geistigen Auge eine erschöpfte Mutter, die nie ein Danke zu hören bekommt, jeden Tag ALLES macht und auch noch perfekt frisiert beim Abendessen dem Mann interessiert zuhört, wie er von seinem Job berichtet. Wenn alle im Bett sind und die Küche wieder glänzt, fällt sie halb tot ins Bett und träumt von einem Blumenstrauß. Als ich dieses Bild bei Instagram postete, kam ziemlich schnell ein wütender Kommentar von Rosita Kraus ihres Zeichens Coach für Frauen:

„ich finde es traurig, dass man sich mit so wenig schon zufrieden geben würde“ 

Auf den ersten Blick erscheint es einem irgendwie komisch, dass das einer Mutter, die sich um alles kümmert, reichen würde. Wobei ein Strauß Blumen ab und zu sicher schön sind. Ein einfaches Danke hingegen sollte täglich zu hören sein. Vom Partner, von den Kindern.

Was mich freut

Nach nun 10 Jahren als Mutter… Ich freue mich am meisten, wenn mir Aufgaben abgenommen werden, wenn die Kinder selbständig etwas machen und wenn ich nicht alle 15 Sekunden etwas unterbrechen und wegen Kleinigkeiten von einem Ende der Wohnung ans andere rennen muss.

Dazu gehört auch, in Ruhe aufs Klo gehen oder Duschen. Das fällt unter die Kategorie „Raum und Zeit für mich zu haben“. Sich zurückziehen zu dürfen. Anerkennung, dass Mama jetzt mal kurz Ruhe braucht.

Gibt es keinen Partner stelle ich mir das schwierig vor. Vor allem wenn die Kinder noch klein sind. Da ich es nicht aus eigener Erfahrung kenne, möchte ich mir aber hier kein Urteil erlauben.

Gegenseitige Wertschätzung

Ich brauche nicht für jeden Handgriff Applaus. Aber ich finde, von Männern kann Frau sich etwas abschauen.

Wenn mein Mann etwas macht, egal was… sagen wir zum Beispiel die Spülmaschine einräumen und einschalten, dann weist er mich darauf hin. 

In dem Moment macht er auf sich und seine Leistung aufmerksam. Wir Frauen machen das ja nicht, stellt euch das mal vor? Das Thema hatte ich neulich ja auch schon mal. Jede Frau weiß, was sie im Durchschnitt so alles  täglich macht, oder?

Ich habe den Eindruck, dass der Kommentar dieser Mutter darauf abzielt, dass es nicht gesehen wird, was sie alles macht. Es wird nicht gesehen und deswegen bekommt sie keine Anerkennung. Oder wird es gesehen aber nicht wertgeschätzt?

Anerkennung übertragen auf die Arbeitswelt

Wie sieht es eigentlich im Job aus? Ist es nicht so, dass Frauen oft hart arbeiten und hoffen, jemand wird das schon bemerken? Kommt das vielleicht von diesem Selbstverständnis für die Familie, alles ohne Forderungen zu leisten? 

Ich stelle es mir auch schwierig vor: Zuhause bescheidene Maus, bei der Arbeit Grizzlybär…

Es ist eine Frage der Einstellung. Es ist auch OK sich groß zu fühlen und daran zu glauben, dass man mehr verdient. Aber dafür musst Du dich auch mal groß machen wie ein Grizzly und Forderungen stellen. Wer nichts fordert, bekommt genau das: nichts. Die Anerkennung kommt leider erst mit dem Respekt, wenn du etwas einforderst.

Wir müssen als Frauen und Mütter viel mehr auf das, was wir leisten aufmerksam machen. Und uns gegenseitig auch mehr loben und unterstützen.

Was brauchst Du? Was wünscht Du Dir persönlich als Anerkennung? Außer hin und wieder einen Blumenstrauß… Schreib in die Kommentare. Auch ein kleiner Hinweis wird anderen Müttern vielleicht weiter helfen.

Bis zum nächsten Mal,
Anna


Mental Load oder meine ewige To Do Liste

Mental Load – Ein neuer Name für ein altes Problem
mental load

Nach dem Aufstehen, auf dem Weg zur Arbeit, nach der Arbeit… Im Kopf gehe ich durch, was erledigt werden muss, a.k.a. meine ewige To Do Liste.  Seit letztem Jahr kenne ich auch einen neuen Begriff dafür: Mental Load.

Basics besorgen, Brot und Milch, vorher zur Apotheke und dann noch die Schwimmsachen packen für morgen. Und die Kleine geht morgen zu ihrer Freundin, da muss ich noch eine Nachricht an die Mutter schreiben. Ein Freundebuch liegt noch zuhause und das Wetter schlägt um – der Große braucht neue Schuhe. Jetzt habe ich schon wieder keinen Friseurtermin gemacht. Der Kindergeburtstag muss nachgeholt werden. Der Schulfotograf kommt: Klamotten waschen, bügeln, Schuhe putzen, Schultüte mitgeben. Was sollen wir eigentlich heute Abend essen? Was mache ich mit meiner Weiterbildung? Die Zielvereinbarung bis Ende des Jahres, ich muss noch zustimmen. Da kommt mir eine Idee für den Workshop. Am Samstag ist ein Kindersachenbazar – nee vergiss es Du bist am Vorabend bei einem 40sten Geburtstag – das wird bestimmt spät, heute Abend unbedingt Zähne nachputzen bei beiden, Training ist erst um 18:00 Uhr, hoffentlich hält das Wetter…

Wir denken einfach immer an alles Unerledigte

Im Wartezimmer unseres Kinderarztes steht ein Regal mit Büchern für die Eltern. In einem dieser Bücher – leider hab ich mir den Titel und Autor nicht gemerkt – geht es um Mediennutzung und deren Auswirkungen auf das Gehirn unserer Kinder. Beim Überfliegen bleibt mein Auge an einem Thema hängen.

Offensichtlich kann sich das Gehirn besser Dinge merken, die noch nicht erledigt sind, als Dinge die bereits abgehakt sind.

Und schon ist mir klar, warum ich die ganze Zeit an 100 Dinge, die erledigt werden müssen denke, aber wenn sie dann erledigt sind, nicht sagen kann, was ich den ganzen Tag gemacht habe.

Worum geht’s eigentlich? Einfach darum, an alles zu denken, was irgendwann erledigt werden muss. Die ständige Verantwortung. An alles für jeden in der Familie mitzudenken. Jede Kleinigkeit. Die großen wichtigen Sachen sowieso. Und weil es so viele verschiedene Dinge sind, an die du denkst, ist die Last der Gedanken ziemlich groß. Und das kostet Kraft. Für eine berufstätige Mutter, die zwischen den Welten hin und her wechselt, bedeutet es einen zusätzlichen Kraftaufwand. Wenn dann auch noch Geschäftsreisen hinzukommen und der organisatorische Aufwand zunimmt, heißt es dann nicht nur mental load sondern eher mental OVER-load.

Mütter sollten ab und zu mal für eine ganze Woche verreisen.

Es ist ja nicht so, dass die Väter nicht mithelfen wollen. Wenn du ihnen genau sagst, was sie tun sollen, dann machen sie es auch.  „Sag mir einfach, was ich tun soll und ich mache es!“ Klare genaue Ansagen. OK, aber daran denken und organisieren muss ich es trotzdem. Dann bin ich immer noch voll drin, im mental load.

Ich musste sehr lachen, als mir eine Freundin mal erzählte, dass sie geschäftlich eine Woche verreisen musste und ihrem Mann eine ganze DIN A4 Seite mit detaillierten Anweisungen geschrieben hatte für alles was Kinder und Haushalt anging und er danach zu ihr sagte: „Du machst das alles nicht alleine, oder??“

Ich selbst bin auch nicht viel besser. Als ich das erste Mal geschäftlich 3 Tage unterwegs war, klebte ich Post-its in den Kleiderschrank, als ob niemand außer mir Pullis von Strumpfhosen  unterscheiden kann. Meine Güte! Total un-locker und gluckig!

Wenn Väter einen Abend lang auf die Kinder aufpassen, dann machen sie nur das. Da wird nicht noch nebenher eine Ladung Wäsche gewaschen und aufgehängt, die Spülmaschine geleert oder der Müll weggebracht und Freundebücher ausgefüllt u.s.w.. Fährt Mama aber für ein paar Tage weg, dann fallen diese Dinge eben auf und an. Die Wahrscheinlichkeit, dass mehr gemacht wird, steigt.

Einfach mal liegen lassen

Nun ist mir in letzter Zeit irgendwann mal die Kraft ausgegangen. Und ich hab an manche Dinge nicht gedacht, hab sie schlicht vergessen oder manches ist liegengeblieben. Ich bin froh zu sehen, dass meine bessere Hälfte sich dann einschaltet und Verantwortung übernimmt.

Das ist vielleicht ein entscheidender Schritt gewesen, Verantwortung abzugeben einerseits und andererseits zu akzeptieren, dass nicht alles meine alleinige Verantwortung ist.

Andere Methoden

Als weitere Methoden, diesem mental load Herr zu werden habe ich folgende Pläne:

  • Prioritäten setzen – was ist für mich wichtig?
  • auf mich selbst achten
  • mehr Struktur und Zeitmanagement
  • Hilfe in Anspruch nehmen, delegieren
  • weiter Verantwortung teilen
  • gezielte Entspannung/gedankliches Abschalten für mich
  • einfach auch mal nix tun (ist fast das gleiche)
  • weiterer Austausch mit anderen Berufstätigen Müttern

Der letzte Punkt interessiert mich besonders. Welche Strategie hast du bei mental load? Ich denke oft über dieses Thema nach und spreche es oft bei anderen working moms an. Es wurde zeit darüber zu schreiben. Den Impuls für diesen Beitrag gab mir der Beitrag und Aufruf zur Blogparade MENTAL (RE)LOAD: DIE NEVERENDING TO DO LISTE  auf dem Glücklich scheitern blog von Melanie.

Update Mai 2019: leider ist der blog von Melanie nicht mehr aktiv.