Jobsharing

Jobsharing – Vereinbarkeit von Kind und Karriere

Jobsharing

Letzte Woche hatte ich mir vorgenommen endlich mal wieder einen Blog Post zu schreiben zu den Themen, die mich als Working Mom umtreiben und mich in meinem WOL Circle praktisch dazu verpflichtet, als bei mir das Thema Führung ins Spiel kam bzw. neue Arbeitszeitmodelle in Form von Jobsharing.

Eine der anderen Teilnehmerinnen meinte, „Schreib doch einfach darüber!“ Tja, und das mache ich jetzt, denn:

Schließlich bin ich doch mit „the good working mom“ genau dafür angetreten: Mütter bei ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen.

Führung in Teilzeit geht nicht

Nachdem Coaching als Nr. 1 Tool bei der Führungskräfteentwicklung eingesetzt wird, habe ich mich im vergangenen Jahr mit dem Thema Führung intensiv beschäftigt. Als Projektleiterin bin ich auch irgendwie Führungskraft und als Mutter ja auch. Dann traf ich auch noch eine Kommilitonin, die Führungskraft werden will und ja – warum eigentlich nicht? – ich erinnerte mich, das war doch auch mal für mich Thema.

Wieso war es eigentlich nicht mehr aktuell? Ach ja, da war ja noch die Sache mit der Teilzeit. Wie mir mein Chef mal versicherte, das einzige, was gegen eine Führungsposition sprechen würde.

Was spricht dafür? Eine gute Ausbildung (die Überqualifizierung für unsere Jobs ist reine Ressourcenverschwendung), wir haben Kinder und bewiesen, dass wir Verantwortung übernehmen können und zwar unter härtesten* Bedingungen. Wir haben 20 Jahre Berufserfahrung gesammelt und bewiesen, dass wir flexibel und mobil einsetzbar sind.

Ein paar grundsätzliche Fragen

Als ein interessantes Stellenangebot für eine Führungsposition meinen Weg kreuzte, wollte ich es genauer wissen. Dem Prinzip #einfachmachen folgend schrieb ich der zuständigen Führungskraft eine E-Mail mit ein paar Fragen.

Zunächst mal wollte ich wissen, ob der Job auch in Teilzeit möglich ist. Und wenn ja, wie viele Stunden bzw. % der Vollzeitarbeitszeit mindestens erforderlich seien.

Dann wollte ich wissen, ob es eine Flexibilität bzgl. des Arbeitsplatzes gäbe. Stichwort „Homeoffice“. Ich bin kein Fan davon, aber manchmal ist es gut, die Möglichkeit zu haben.

Außerdem fragte ich nach einem Tipp zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Karriere. (Hier habe ich nicht nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefragt, sondern gezielt nach Karriere).

Ein paar Tage später bekam ich auch eine Antwort, was mich sehr freute.

Ein neues Wort: Jobsharing

Tatsächlich ist es möglich in Teilzeit Führungskraft zu werden. Entweder mit 80%, also „Vollzeitnah“ oder im Tandem, indem man sich z.B. zu je 50% mit einer zweiten Person eine Stelle teilt. In dem Fall muss man sich als Tandem bewerben. D.h. Jobsharing.

Dieses Modell war mir neu! Bislang hatte ich davon noch nicht gehört. In meinem Circle sind ein paar HR-Expertinnen und eine davon kannte sich mit diesem sog. „Jobsharing“ sogar gut aus. In unserem Unternehmen gibt es sogar einen Leitfaden für dieses Thema!

Laut Wikipedia ist Jobsharing eine Arbeitsplatzteilung die auf Teilzeitarbeit basiert.**

Im Jobsharing sind verschiedene Arbeitszeit-Modelle möglich. Nicht nur 50%/50%, sondern auch 60%/40%, 60%/60%. Aufteilung in Vormittags/Nachmittags zusammen/im Wechsel/ Tageweise, Monatsweise.

Entscheidend ist, dass die Zusammenarbeit zwischen den Tandempartnerinnen gut funktioniert und die Führungskraft eine Ebene darüber es sich vorstellen kann und bereit ist, den Mehraufwand zu tragen.

„Homeoffice“ ist auch möglich. Allerdings nur in einem bestimmten Rahmen, denn bei Führung geht es ja um Menschen und da sind persönliche Abstimmungen wichtig.

Warum Jobsharing manchmal nicht klappt

Natürlich muss das Modell auch passen. Ich kann mich erinnern, dass eine Freundin mir erzählte, sie hätte sich mit einer Kollegin den Job teilen sollen. Beide sind Mütter in Teilzeit. Die eine hätte vormittags und die andere am Nachmittag kommen sollen. Sie sollten sich einen Arbeitsplatz (Rechner) und Parkplatz teilen. Das war für die beiden nicht umzusetzen, weil die Zeiten für Kinderbetreuung es nur erlauben, vormittags zu arbeiten.

Und selbst wenn das irgendwie organisierbar gewesen wäre. Den Rechner und Parkplatz zu teilen ist in den Übergangszeiten schwierig. Schließlich müssen sich die beiden auch mal abstimmen und gleichzeitig z.B. bei Besprechungen anwesend sein.

Wie es klappen kann

Zur Vereinbarkeit gibt es immer die gleiche Antwort. Es ist eine Frage der Organisation. Aber nicht nur. Das habe ich bei Kind und Beruf immer.

Jobsharing wäre ein Anfang. Eine Möglichkeit für den Einstieg. Etwas, dass das Erklimmen der ersten Stufe in eine Führungsposition erleichtern würde.

Die Phasen, in denen Mütter in Teilzeit arbeiten wollen verändern sich und auch die zur Verfügung stehende Zeit.

Für Familien kann es interessant sein, dass auch Väter in solchen Modellen arbeiten. Das würde die Akzeptanz steigern, besonders wenn es sich um eine Führungsposition handelt.

Wie siehst Du das Thema Jobsharing? Kennst Du es?
Hast Du Erfahrungen damit?

Ich freue mich auf Feedback.

Deine good working mom
Anna

weitere Infos zum Thema Jobsharing:

Podcast der herCAREER Karriere- &Netzwerkmesse für Frauen

www.tandemploy.com





*an dieser Stelle darfst Du, liebe good working mom, alles einsetzen, was dich je dazu gebracht hat heulend auf dem Badezimmerboden zu sitzen und danach wieder aufzustehen, um weiter zu machen!

** Leider sind die ganzen Artikel zum Thema Jobsharing in Führungspositionen, die dort aufgeführt werden , nicht mehr online verfügbar.

Netzwerken

Netzwerken mit Working out loud

Netzwerken mit Working out loud

Tja, in diesem Blog passiert leider nicht sehr viel in letzter Zeit. Offline ist halt auch sehr viel los und wie bereits in anderen Beiträgen beschrieben, bin ich ein großer Fan von Netzwerken, wo ich mich gerne engagiere. Die Methode, die ich aktuell teste, nennt sich Working Out Loud und ist ein Konzept fürs Netzwerken mit Strategie. Es bedeutet Beziehungen aufbauen, die von Bedeutung sind. Also Netzwerken mit den richtigen Personen zur richtigen Zeit, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Wie funktioniert Working out loud?

Man findet sich zusammen in sogenannten Circles von 4-5 Personen und trifft sich 12 Wochen lang, jeweils für eine Stunde pro Woche offline oder online, um bestimmte Übungen und Aufgaben zu bearbeiten. Die Übungen sind in den Circle Guides beschrieben, so dass man eine Anleitung hat und nicht planlos ist.

Nun ich bin jetzt seit 4 Wochen in einem Circle. Es macht Spaß sich auszutauschen und jeder hat hier noch einen Tipp oder da noch eine Idee und hier nochmal ne Anregung oder einen Kontakt, den man noch ansprechen könnte.

Ich hab jetzt schon gemerkt, dass es hauptsächlich darum geht, die Methode zu verinnerlichen. Es geht darum diese Erfahrung zu machen, WIE du mit Hilfe von einem Netzwerk ein Ziel erreichen kannst. Das eigentliche Ziel ist erst mal sekundär.

Am Ende jedes Circle Meetings bespricht man, was man sich für die kommende Woche vornimmt. Nachdem ich schon lange nichts mehr gebloggt habe, dachte ich das wäre doch eine gute Idee. Natürlich passiert nichts, wenn ich mich nicht daran halte, aber die Verbindlichkeit bzw. der Druck steigt schon an, wenn du den anderen sagst, was du dir vorgenommen hast.

Am Anfang des nächsten Circles besprechen wir, wie die Woche war.
Habe ich umgesetzt, was ich mir vorgenommen hatte?
Wenn nein, woran lag’s?
Was oder wer kann helfen?

Nun ist diese Methode von dem Unternehmen, in dem ich arbeite, initiiert worden und alle Teilnehmer sind aus verschiedenen Bereichen des Konzerns. Auch aus anderen Regionen in Deutschland. Wir „treffen“ uns lediglich virtuell, per Video-Call, was sehr gut funktioniert – sofern die Technik es zulässt oder in meinem Fall, weil es am späten Nachmittag stattfindet, die Kinder verhalten sich einigermaßen ruhig.

Außerhalb von Unternehmen

Es ist natürlich interessant für Mitarbeiter eines Unternehmens mittels Netzwerken sichtbarer zu werden, um sich innerhalb der Organisation weiter zu entwickeln.

Aber auch ohne Unternehmen im Hintergrund, können Circles stattfinden. Die Anleitungen sind für jeden auf der Working out loud Website zugänglich, so dass man sich auch privat gut selbst einen Circle organisieren könnte. Es gibt eine facebook Gruppe und bei entsprechendem Engagement könnte ich mir das Netzwerken mit Working out Loud auch für einen erweiterten Freundeskreis gut vorstellen.

Infos:

https://workingoutloud.com/