Mama ist dabei – Telco, WebEx & Co.

Einmal erzählte mir eine Freundin, wie sie bei einer Telefonkonferenz bzw. WebEx dabei sein musste, um ein Konzept zu präsentieren. Leider fiel der Termin ausgerechnet auf einen Tag und Uhrzeit, an dem die Eingewöhnung ihres jüngsten Kindes in der Kita lief. Aber sie hat den Termin trotzdem wahrgenommen und die Präsentation gehalten. Termin zu unmöglicher Zeit? Mama ist dabei!

Ich war schwer beeindruckt, als sie mir davon berichtete und wir mussten auch sehr lachen. Es hatte schon ein bisschen etwas von Mr. Bean.

Mama gibt alles

Das Kind war mit den anderen Kindern und Erzieherinnen in der Betreuung und die Mutter wartete in der Zeit in einem Nachbarraum, von wo sie dann an der WebEx teilnahm.

Natürlich war es eine Herausforderung. Der WLAN Empfang war schlecht, die Präsentation hakte, Verbindung weg, zwischenzeitlich musste sie noch während ihrer Präsentation für besseren Empfang in den Kinderwagenraum umziehen, wo sie mit ihrem Laptop zwischen den Buggys stand, der Leiter der anderen Abteilung hatte 100 kritische Fragen und sie musste energisch ihren Standpunkt verteidigen. Ihre Chefin hörte auch noch zu und alles in allem war meine Freundin hinterher total fertig.

Sie dachte jetzt bekommt sie noch Ärger, aber sie bekam von ihrer Chefin für ihre Leistung das beste Feedback überhaupt. Was mal wieder zeigt, dass wir working moms auch unter schweren Bedingungen super Leistung bringen können und keiner bekommt mit, wie wir dabei vielleicht Blut schwitzen.

Mama ist dabei? Irgendwie.

Ich weiß noch wie ich einmal vor Jahren auch von Zuhause an einer WebEx teilnehmen musste, weil mein Sohn an dem Tag nicht in die Kita konnte. Ich hatte ihm erklärt, er soll ruhig bleiben, weil man ihn sonst hören würde und er soll doch bitte nicht wie sonst „Ich muss Kaka!!!“ rufen. Hat natürlich nicht geklappt. Ich hab dann auf stumm geschaltet und habe mich nicht mehr beteiligt, nur noch zugehört.

Irgendwie war ich hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen des Jobs und meinem eigenen Anspruch, was meine Rolle als Mama an dem Tag anging.

Kinder gehören dazu

Vor ein paar Wochen, als ich selbst bei einer Telefonkonferenz dabei war, ging es am Ende darum, einen weiteren Termin zu finden. Nach langem hin und her einigte man sich und eine der Teilnehmerinnen sagte, sie würde bei der Telco dabei sein, aber von zuhause und man solle sich nicht wundern falls ihr Sohn im Hintergrund „Hunger“ ruft.

Das hat mich beeindruckt! Dieser natürliche Umgang damit. Alle haben gelacht, aber nicht über sie, sondern mit ihr. Jeder hatte Verständnis.

Mama ist dabei

Ich hätte mich das früher nicht getraut, finde es aber total gut. Ich habe das auch noch mal in meiner Audio Version Episode Vier von the good working mom erzählt (zusammen mit noch anderen Beobachtungen). Wer mag hört da auch mal rein.

Kinder gehören zu unserem Leben dazu! Mama ist dabei und ja, da ist dann halt ein Kind im Hintergrund zu hören. So what? Deswegen läuft ein Projekt nicht schlechter. Vielleicht sogar eher besser.

Die Frau hat mich inspiriert. Wenn ich heute bei einer WebEx von Zuhause aus teilnehmen muss, erkläre ich, dass ich Zuhause bin, z.B. weil mein Kind krank ist.

Wie ist das bei Dir? Hast Du auch schon mal so eine Erfahrung gemacht? Wie regelst Du solche Termine?

Freue mich auf Dein Feedback
Deine good working mom

P.S.: Alle Mütter haben mehr oder weniger die gleichen Herausforderungen. Wenn Du auch zwischen den Rollen hin- und hergerissen bist dann ist vielleicht Coaching etwas für Dich?

Anerkennung

Anerkennung bitte, aber warum so bescheiden?

Anerkennung
Ich sah eine erschöpfte Mutter, die nie Annerkennung bekommt, jeden Tag alles macht, abends halb tot ins Bett fällt und endlich mal gesehen werden will.

Liebe good working mom, warum so bescheiden? Es geht um das Thema Anerkennung. Arbeit als Mutter steht in Gänsefüßchen und ein Strauß Blumen hin und wieder oder ein einfaches Danke würden schon reichen… Dieser Kommentar hinterließ bei mir ein seltsames Gefühl. Ich war betroffen. Ich sah vor meinem geistigen Auge eine erschöpfte Mutter, die nie ein Danke zu hören bekommt, jeden Tag ALLES macht und auch noch perfekt frisiert beim Abendessen dem Mann interessiert zuhört, wie er von seinem Job berichtet. Wenn alle im Bett sind und die Küche wieder glänzt, fällt sie halb tot ins Bett und träumt von einem Blumenstrauß. Als ich dieses Bild bei Instagram postete, kam ziemlich schnell ein wütender Kommentar von Rosita Kraus ihres Zeichens Coach für Frauen:

„ich finde es traurig, dass man sich mit so wenig schon zufrieden geben würde“ 

Auf den ersten Blick erscheint es einem irgendwie komisch, dass das einer Mutter, die sich um alles kümmert, reichen würde. Wobei ein Strauß Blumen ab und zu sicher schön sind. Ein einfaches Danke hingegen sollte täglich zu hören sein. Vom Partner, von den Kindern.

Was mich freut

Nach nun 10 Jahren als Mutter… Ich freue mich am meisten, wenn mir Aufgaben abgenommen werden, wenn die Kinder selbständig etwas machen und wenn ich nicht alle 15 Sekunden etwas unterbrechen und wegen Kleinigkeiten von einem Ende der Wohnung ans andere rennen muss.

Dazu gehört auch, in Ruhe aufs Klo gehen oder Duschen. Das fällt unter die Kategorie „Raum und Zeit für mich zu haben“. Sich zurückziehen zu dürfen. Anerkennung, dass Mama jetzt mal kurz Ruhe braucht.

Gibt es keinen Partner stelle ich mir das schwierig vor. Vor allem wenn die Kinder noch klein sind. Da ich es nicht aus eigener Erfahrung kenne, möchte ich mir aber hier kein Urteil erlauben.

Gegenseitige Wertschätzung

Ich brauche nicht für jeden Handgriff Applaus. Aber ich finde, von Männern kann Frau sich etwas abschauen.

Wenn mein Mann etwas macht, egal was… sagen wir zum Beispiel die Spülmaschine einräumen und einschalten, dann weist er mich darauf hin. 

In dem Moment macht er auf sich und seine Leistung aufmerksam. Wir Frauen machen das ja nicht, stellt euch das mal vor? Das Thema hatte ich neulich ja auch schon mal. Jede Frau weiß, was sie im Durchschnitt so alles  täglich macht, oder?

Ich habe den Eindruck, dass der Kommentar dieser Mutter darauf abzielt, dass es nicht gesehen wird, was sie alles macht. Es wird nicht gesehen und deswegen bekommt sie keine Anerkennung. Oder wird es gesehen aber nicht wertgeschätzt?

Anerkennung übertragen auf die Arbeitswelt

Wie sieht es eigentlich im Job aus? Ist es nicht so, dass Frauen oft hart arbeiten und hoffen, jemand wird das schon bemerken? Kommt das vielleicht von diesem Selbstverständnis für die Familie, alles ohne Forderungen zu leisten? 

Ich stelle es mir auch schwierig vor: Zuhause bescheidene Maus, bei der Arbeit Grizzlybär…

Es ist eine Frage der Einstellung. Es ist auch OK sich groß zu fühlen und daran zu glauben, dass man mehr verdient. Aber dafür musst Du dich auch mal groß machen wie ein Grizzly und Forderungen stellen. Wer nichts fordert, bekommt genau das: nichts. Die Anerkennung kommt leider erst mit dem Respekt, wenn du etwas einforderst.

Wir müssen als Frauen und Mütter viel mehr auf das, was wir leisten aufmerksam machen. Und uns gegenseitig auch mehr loben und unterstützen.

Was brauchst Du? Was wünscht Du Dir persönlich als Anerkennung? Außer hin und wieder einen Blumenstrauß… Schreib in die Kommentare. Auch ein kleiner Hinweis wird anderen Müttern vielleicht weiter helfen.

Bis zum nächsten Mal,
Anna


gerechte Entlohnung

Gerechte Entlohnung bei Teilzeitjobs

Gerechte Entlohnung für good working moms

Als ich the good working mom startete hatte ich schon ein paar Jahre in Teilzeit gearbeitet und festgestellt, dass gerechte Entlohnung mit dem Arbeitspensum und der zur Verfügung stehenden Zeit ein Balanceakt war. Eine ältere Kollegin mit mittlerweile erwachsenen Kindern erklärte mir, dass Führungskräfte eigentlich ganz gerne Teilzeitkräfte im Team haben, weil die ganz günstig sind, im Vergleich zu einem 100% Mitarbeiter.

Klar hatte ich auch festgestellt, dass es Tage gab an denen ich mehr schaffte als andere (100% Mitarbeiter). Da fragst du dich dann schon, ob du gerechte Entlohnung dafür bekommst. Und dann heißt es bei Beförderungen oder interessanteren Aufgaben: „Sie ist ja nie da!“ oder „Projektleitung geht nicht, weil sie muss jeden Tag für den Kunden erreichbar sein.“

Ich hatte oft meine Gedanken zu dem Thema mit anderen Kolleginnen angesprochen, aber eigentlich will das keiner hören. Und irgendwann sagte man mir, ich soll doch nicht so viel auf dem Thema Mann-Frau Gerechtigkeit herumreiten… Nun gut… zum Glück gibt’s ja noch andere Medien zum Austauschen…

Ich wusste, dass ich mit meinen Fragen nicht alleine bin. Mein Fragebogen sollte mir dabei helfen herauszufinden, was andere working moms so denken. Nach und nach veröffentliche ich hier an dieser Stelle die Ergebnisse. 

Der letzte Punkt auf dem the good working mom Fragebogen enthält folgende Fragen:

Was brennt Dir als berufstätige Mutter noch unter den Nägeln? Was wolltest Du schon immer mit anderen Müttern teilen? Wobei brauchst Du Hilfe?

Und das ist eine der Antworten, die dort hinterlassen wurden. Es geht um das Thema gerechte Entlohnung:

„Wie schaffe ich es die 27 Std (in der ich einen 40Std Job erledigen muss) so aufzustocken, dass ich mich gerecht entlohnt fühle. Mehr Zeit im Büro kann ich nicht leisten, da ich die Kinder aus dem Hort abholen muss und in der Woche ist es oft dass ich abends zuhause noch sitze. Das variiert, je nachdem was noch fertig werden muss.
Hat jmd. Flex Std noch mit ins Gehalt eingehandelt, die nach Arbeitsumfang dann geleistet und bezahlt werden?“

gerechte Entlohnung

Die Kommentare und Antworten im Fragebogen sind anonym, daher weiß ich nicht von wem der Kommentar ist, aber ich bin mir sicher, dass es vielen berufstätigen Müttern ähnlich geht. Vielleicht hat die ein oder andere das Thema mit der gerechten Entlohnung schon für sich gelöst?

Followerpower

Ein Post bzw. Aufruf an meine Follower bei Instagram lieferte einige Vorschläge und Tipps sowie eine Empfehlung zu einem Video Interview mit Schwerpunkt Selbstbewusst um Geld verhandeln. 

Unter anderem wird empfohlen zu lernen „nein“ zu sagen, das offene Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen und abends zuhause nacharbeiten wird kritisch gesehen. 

Was denkst du über dieses Thema? Hast Du Antworten auf diese Fragen? Oder wünscht du Dir noch mehr Informationen dazu? Vielleicht einen persönlichen Austausch? Was würde dir noch weiter helfen?

Schreib mir in die Kommentare oder an: info@thegoodworkingmom.com 

Ich freue mich von dir zu hören.
Bis zum nächsten Mal
Deine Anna